An einem lauen Frühlingstag im Jahre 2007 traf sich das Team der Dreckhecken auf seinem „Hometurf“ im Hamburger Stadtpark und langweilte sich.
Ferdi hatte gerade sein Doubling-Paar abgeworfen, stellte seelenruhig seinen Schemel auf und absolvierte einen doppelten Footcatch aus dem Stuhl heraus. „Zählt das auch?“ fragte er in die Runde und erhielt keine Antwort.
Oli war nach seiner fünften Fastcatch-Runde - die er nacheinander allesamt unter 15 Sek. absolviert hatte - ein kleines bißchen ausser Atem und meinte „Wir brauchen neue Herausforderungen!“.
„Back to the roots“ rief Matze aus dem Accuracy-Kreis – ihm tat der Rücken weh, weil er zum 10. Mal nacheinander den Bumerang aus der Mitte des Bulls-Eyes aufgehoben hatte.
„Natural Elbows“ schrie Michel aus der Ferne – er verfolgte gerade seinen MTA, der seit über 5 Minuten in 50m Höhe den Hamburger Himmel zierte und nun verdächtig nahe auf das Hamburger Planetarium zutrieb.
„Au ja“ sagte Dizzy mit schmerzverzerrtem Gesicht, als seine blutigen Finger den 60m Aussi-Rang zum zwanzigsten Mal nacheinander - genau im Bulls-Eye stehend - aus seiner Flugbahn pflückte.
Als schließlich alle Dreckhecken wieder beieinander saßen, wurde das Thema „Natural Elbows“ gemeinsam diskutiert. Schnell waren sich alle einig, dass man für eine intensive Beschäftigung mit diesem Thema nur bei einem Meister in die Lehre gehen wollte und damit wurde sofort der Kontakt zu Eckhard Mawick hergestellt, der unvorsichtigerweise nicht schnell genug „Nein“ sagte, als ihm ein Workshop-Termin in Heuerstubben aufgedrängt wurde.
Diese Vorgeschichte erklärt, weshalb dieser beschauliche kleine Ort in der schleswig-holsteinischen Provinz ein Wochenende erleben musste, wie es zuletzt 1644 stattgefunden hatte, als im 30jährigen Krieg schwedische Söldnertruppen marodierend und brandschatzend dieses Dorf heimgesucht hatten. Samt Adjutanten und Praktikanten fielen diesmal die Dreckhecken in diese Idylle ein und wer sie kennt, weiß, dass ihnen - ausser dem Bumerangwerfen - auch ein gepflegtes Ambiente wichtig ist.
So begrüßte sie „Mr. Elbow-Art“ himself am Vorabend des Workshops mit einer Flasche Champagner, die stilecht mit einem Säbel geköpft wurde
Es folgte ein (von Eckhards Frau Thekla zubereitetes) kulinarisches Gelage und eine Nacht, in der sie sich bestimmt mehrfach gewünscht haben dürfte, den Dreckhecken KO-Tropfen in den Wein geschüttet zu haben
Nach einer recht kurzen Nacht fanden sich die Hecken am nächsten Tag in Eckhards Freiluft-Werkstatt (oder wie er sie inzwischen nennt – in der „Ruhmeshalle des Volkes“) ein. Für Bumerang-Enthusiasten ein echtes Eldorado. In den weitläufigen Räumlichkeiten seiner Werkstatt findet man nicht nur Bumerang-Kleinode aus aller Herren Länder, sondern auch sämtliche Werkzeuge (von der Bandsäge bis zum Exzenterschleifer), die für die Bumerangherstellung erforderlich sind. Außerdem besitzt Eckhard eine Schatzkammer voll von Natural-Elbow-Rohlingen in den verschiedensten Holzsorten. Natural Elbows sind Äste oder Astgabeln, die in ihrer bumerangähnlichen Form bereits so am Baum gewachsen sind. Die meisten der Natural Elbows haben auch eine ganz persönliche Geschichte – so hat Eckhard z.B. einen Rohling aus Olivenholz, den er im Garten von Leonardo da Vinci „abstauben“ konnte...
Wer das Glück hat, ein solch natürliches Krummholz zu finden, hat damit allerdings noch längst keinen Bumerang, denn das Holz muss zunächst lange und sorgfältig getrocknet werden (je nach Stärke 2 – 5 Jahre) – nur so können Risse und Verbiegungen durch die Feuchtigkeit im Holz vermieden werden. Danach werden die Äste vorsichtig aufgesägt und es entstehen Rohlinge in einer Stärke von 10mm – 20mm. Bumerang-Connaisseure wie Eckhard bemühen sich, den Rohling so weit wie möglich in seiner ursprünglichen äußeren Form zu belassen und ihn für die Bumerangform so wenig wie möglich zu modifizieren.
Für die Dreckhecken hatte Eckhard schon einmal ein wenig vorgearbeitet und eine „kleine Auswahl“ an Rohlingen präpariert
Unter seiner kundigen Anleitung legten sich die Dreckhecken nun richtig ins Zeug und es wurde gesägt, gehobelt und geschliffen was das Zeug hielt. Dabei stellte sich heraus, dass es eine ziemliche Knochenarbeit ist, einen Vollholz-Rohling mit der Stärke von 15mm auf ein flugfähiges Maß herunterzuschleifen – vor allem wenn dabei auch noch darauf zu achten ist, dass der Rohling plan (also ohne Unterschiede in der Dicke des Materials) geschliffen wird.
Hat der Rohling dann eine Stärke und Form erreicht, die der Werfer für flugfähig hält, geht es darum, dem Rohling eine vernünftige Profilierung zu geben. Wer mit Multiplex-Sperrholz arbeitet, weiß die verschiedenen Furnierlagen zu schätzen, denn so ist beim Schleifen auch immer eine sofortige optische Kontrolle möglich, ob beim Profilieren ausreichend und gleichmäßig Material abgetragen wurde. Bei einem Vollholz-Rohling funktioniert diese direkte optische Kontrolle leider nicht. Sehr vorsichtig und unter ständiger Prüfung muß hier das Profil eingeschliffen werden. Hilfreich ist es auch – wie hier beim Workshop - eine Wurfwiese gleich neben dem Arbeitsplatz zu haben, um zu überprüfen, ob die Profilierung schon ausreichend ist, oder ob noch nachgearbeitet werden muss.
Wenn dann – nach stundenlanger, schweißtreibender Arbeit – der Rohling zum Bumerang geworden ist und der erste Fang geklappt hat, ist die Arbeit allerdings noch längst nicht beendet. Jetzt werden mit unterschiedlichen Schleifpapieren und Stahlwolle auch die kleinsten Kratzer aus dem Holz entfernt, bis aus dem Bumerang auch ein Handschmeichler geworden ist. Und am Ende wird der Bumerang noch eingeölt, um die Farbe und die Maserung des Holzes besser zur Geltung zu bringen. In den Augen der Dreckhecken strahlte am Ende des Workshop-Tages jedenfalls wieder der begeisterte Glanz der Bumerangpioniere und jeder war stolz auf die 2-3 Unikate, die er erstellt hatte
Nur 2-3 Exemplare als Arbeitsergebnis eines ganzen Tages??? In diesem Zeitraum kann man doch die zehnfache Menge an „normalen“ Bumerangs bauen... Aber genau das ist der Punkt: Hier in Heuerstubben wurden Unikate erstellt, Einzelstücke mit einer persönlichen Geschichte, die einen Sonderplatz in der Bumerangsammlung erhalten werden. Eckhard hatte es tatsächlich geschafft, den Dreckhecken wieder eine neue Sichtweise auf das Geheimnis „Bumerang“ zu geben!!! Unnötig zu erwähnen, dass die Dreckhecken diese Erleuchtung am Abend noch einmal gebührend feierten und als sie sich am nächsten Tag von Eckhard und Thekla weinselig mit den Worten „Wir kommen wieder“ verabschiedeten, meine ich gesehen zu haben, wie sich Thekla mit furchtgeweiteten Augen heimlich bekreuzigte
Dreckhecken
Boomerang-Connection Hamburg / Stadtpark
Montag, 6. September 2010
Donnerstag, 2. September 2010
Dreckhecken-History: Wie alles begann...
| 14. Oktober 2001 | ||||||||||||||
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"Dreckhecken - Hamburg n.e.V." - der Kultgruppe aus dem hohen Norden
Am Rande sei berichtet, daß Torsten lobenswerter Weise seine Freundin Doris ca. 90 Minuten vor ihrer Wohnungstür hat stehen lassen (für die er den einzigen Schlüssel hatte) und nicht eine Sekunde früher den Platz verliess, als bis nicht auch die letzten Sonnenstrahlen hinter dem wolkenlosen Horizont verschwanden und man sich beim Weiterwerfen seine Bumerangs schlichtweg an die Köppe geballert hätte. Dreckhecken sind halt etwas härter als andere Selbsthilfegruppen in Bumerang-Deutschland. Leider nicht mit von der Partie war Matze Giesenschlag, der "geschäftlich verhindert" war. Wir wünschen ihm trotzdem gute Besserung und ein frohes neues Jahr. Olli Rau bekam per Handy fast sein obligatorisches Geburtstagsständchen vorgesungen, leider war er anfangs nicht selber am Apparat, so daß sich eine andere arme Kreatur unser Geplärre anhören musste. | ||||||||||||
Ohne Gras kein Spaß...
Natürlich gab es auch an diesem Tage wieder die gängigen Stadtpark-Phänomäne zu bewundern, als da wären a) der Hund - "ich lauf immer im Kreis und peile nicht, warum der Scheiß-Stock plötzlich weg ist, oder b) das Rentner-Ehepaar, vorzugsweise ansässig in Hamburg-Barmbek, das durch unser Bulls-Eye marschiert wie Moses durch das Meer, oder c) die Freizeit-Fussballer vom "Alder, ich geh ma kicken e.V." mit stets "höflichen" Aufforderungen zum Zurückschiessen des Leders, oder d) die nicht in unserer Welt lebenden Hundebesitzer, die ihren Fiffi auch noch mit den Worten "los, piss ihm in die Tasche" dazu ermuntern, selbiges zu erledigen. Die Liste liesse sich noch lange Fortführen, aber das bringt uns ab vom Thema. | ||||||||||||
Die Dreckhecken lieferten den Zuschauern einen packenden Wettkampf
Die erste Disziplin war Fast Catch, im Germano-Deutschen auch "Das schnelle Fangen" genannt. Torsten wähnte sich nach der ersten Runde noch sehr sicher auf seinem Thron, gilt er doch seit Jahren als die "fastest hand in the north". Er war der einzige, der die erste Runde ohne zusätzliches Bücken überstanden hat - äh - also ohne Drop. Doch in der zweiten Runde konnte er dann nur noch tatenlos zusehen, wie er durchgereicht wurde. Fast Catch: 1. Oli Thienhaus (20,01 s) 2. Dizzy Klöckner (21,79 s) 3. Michel Blanquett (21,61) Letzter: Torsten Fredrich (22,95 s) Torsten Fredrich, man möchte vielleicht sogar sagen: Torsten, der Einwurf-Weltmeister in Accuracy, konnte die bestechende Leistung der Aufwärmphase leider nicht in den Wettkampf hinüber retten und mußte sich auch in dieser Disziplin geschlagen geben. Accuracy: 1. Oli Thienhaus (43 P) 2. Michel Blanquett (38 P) 3. Torsten Fredrich (34) Letzter: Dizzy Klöckner (31) Die Ergebnisse des Trickfangens spiegeln wohl eine gewisse Zweigleisigkeit wieder, mit denen die Leistungsstärke der Vereinsmitglieder speziell in dieser Disziplin zu betiteln ist. Aber urteile man selbst: Trickcatch 100: 1. Torsten Fredrich (93 P) 2. Oli Thienhaus (84 P) 3. Michel Blanquett (43 P) Letzter: Dizzy Klöckner (38 P) | ||||||||||||
Endurance: 1. Torsten Fredrich (71 F) 2. Oli Thienhaus (67 F) 3. Dizzy Klöckner (52 F) Letzter: Michel Blanquett (51 F) Der versierte Zuschauer hätte im Langzeitfliegen einen Zweikampf zwischen "Romblads" und "Manus" ausmachen können, der nicht versierte Zuschauer (oder Leser) versteht wahrscheinlich kein Wort von dem, was hier geschrieben steht. Pech. MTA unlimited: 1. Oli Thienhaus (39,16 s) 2. Michel Blanquett (35,96 s) 3. Torsten Fredrich (28,47 s) Letzter: Dizzy Klöckner (27,38 s) Abschließende Disziplin sollte das "ich werf mal in der Dämmerung und hoffe, dass keiner an der 50er steht" - Aussie Round Werfen sein. Torsten legte mit zwei 20-Punkte Würfen stark vor, konnte das Niveau jedoch nicht bis zum letzten Wurf durchhalten und gewann am Ende nur knapp vor Oli. Man einigte sich übrigens darauf, dass Dizzys Bumerang 40 Meter flog. Aussie Round: 1. Torsten Fredrich (82 P) 2. Oli Thienhaus (81 P) 3. Dizzy Klöckner (65 P) Letzter: Michel Blanquett (58 P) | ||||||||||||
Und gute Nacht...
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| Fehlend (und daher auch nicht auf dem Bild zu sehen): Matze Giesenschlag aka "The Steamroller" | |||
1. Oli Thienhaus (9 P)
2. Torsten Fredrich (13 P)
3. Michel Blanquett (17 P)
Letzter: Dizzy Klöckner (21 P)
Das waren sie also, die ersten Dreckhecken-Meisterschaften in Hamburg. Nächstes Mal wird Matze die Gesamtwertung bestimmt gründlich durcheinander wirbeln.
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